Die wichtigsten Rechtsbestimmungen der Zakātu l-Fiṭr für die Muslime in Europa
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Fasten mit der Ausrichtung nach Mekka

بسم الله الرحمن الرحيم
Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Die Fatwa zum Fasten mit der Ausrichtung nach Mekka für die Menschen in Europa - zwischen Berücksichtigung und Annullierung


Die Fatwa des Dār al-ʾIftāʾ al-miṣriyya sorgte für großes Aufsehen und Verwirrung in der Mitte der Muslime Europas. Vor der Verabschiedung dieser Fatwa pflegten die Muslime zu fasten, nur eine kleine Minderheit fastete nicht am Ramadan und holte es dann nach. Zusammenfassend sagt die Fatwa, dass wenn die Tagesstundenzahl in Europa 18 übersteigt, sollen die Muslime die Zahl der Stunden ihres Fastens entsprechend Mekka ausrichten, wobei die Stundenzahl des Fastens dieser im gesamten Jahr niemals 15 übersteigt. Die Fatwa begann individuell und wurde dann gemeinschaftlich. Sie wurde Šayḫ Muḥammad ʿAbduh zugesprochen und durch seinen Schüler Šayḫ Rašīd Riḍā vermittelt, hierauf von Šayḫ Ǧād al-Ḥaqq, Šayḫ Šaltūt und Šayḫ Muṣtafā az-Zarqā übernommen. Hierauf folgte ihnen der Fatwa-Ausschuss des ʾAzhar im Jahre 1983, und schließlich Dār al-ʾIftāʾ al-miṣriyya, woraufhin sie eine große Anzahl von bekannten Predigern übernahm und auf ihrer Basis in den Medien urteilte.

Die europäische Situation und der Zustand der Muslime an Ramadan


Im Monat Ramadan ist der Fastentag in diesem Jahr sehr lang. So dauert er zwischen 17 Stunden und 55 Minuten bis zu 21 Stunden an, umso mehr wir uns dem Norden Deutschlands nähern. Die Mehrheit der Muslime in Europa fastet den Tag komplett, entsprechend dem, was die Imame und einzelne Beobachtungen über das Fastenverhalten der Menschen berichten. Tatsächlich ist es so, dass wir über keine vollständige oder auch nur nahezu vollständige Hochrechnung zur Erfahrung der Muslime Europas bezüglich des Fastens an langen Tagen haben. Die Berichte der Imame über das Fasten der Mehrheit der Muslime kann nicht als ein präzises Urteil über die Erfahrung der Menschen gesehen werden, denn wir wissen nicht über die muslimische Mehrheit außerhalb der Moscheen, wie und ob sie überhaupt fasten oder nicht. Ebenso hat eine Anzahl von Imamen in den skandinavischen Ländern, in denen der Tag extrem lang wird berichtet, dass die meisten Menschen die Fatwa des Dār al-ʾIftāʾ al-miṣriyya nicht übernommen haben, und dass wer sich dieser annahm, deshalb über ein schlechtes Gewissen verfügte, und wiederum einige holten die Tage, die sie entsprechend Mekka fasteten, nach. Ebenso ist die Zahl und die Größe der Moscheen, die auf der Basis dieser Fatwa urteilten, stark begrenzt, sowie die Menschen sich in ihnen selbst in Lager von Befürwortern und Gegner spalteten. Der European Council for Fatwa and Research lehnte diese Fatwa ab, ebenso wie die der Islamischen Weltliga gehörenden Fiqh-Versammlung, sowie die absolute Mehrheit der zeitgenössischen Rechtsgelehrten. Es hat sich damit der Grundsatz bestätigt, nämlich das komplette Fasten des Tages, solange dieser sich von der Nacht unterscheidet, und wer unfähig ist oder Mühsal vorfindet, bricht das Fasten und holt es nach.

Dies, weil sie, die Fatwa, dem eindeutigen und ausdrücklichen Text widerspricht, welcher den Beginn des Fastens und sein Ende mit den Worten des Erhabenen einrahmt: „und esst und trinkt, bis sich für euch der weiße vom schwarzen Faden der Morgendämmerung klar unterscheidet!“ (Al-Baqara:187). Dies ist der Beginn des Fastens. Weiter die Rede des Erhabenen: „Hierauf vollzieht das Fasten bis zur Nacht“ (ebd.). Dies ist das Ende des Fastens. Dazu kommt, dass die Verse des Fastens die islamrechtliche Lösung für denjenigen darlegte, der begründet zum Fasten unfähig ist, in den Worten des Erhabenen: „Und wer (…) (fastet) an anderen Tagen die gleiche Anzahl.“

Ich habe persönlich diese Fatwa abgelehnt und sie in der Tagung des Fastens und seiner Rechtsbestimmungen in den skandinavischen Ländern am 9. Juni 2015 in Stockholm mit Abnormität bezeichnet. Trotz dass die an der Tagung teilnehmenden Mitglieder des European Council for Fatwa and Research sich dieser Fatwa ebenso widersetzten, sowohl sie wie auch das Urteilen auf ihrer Basis und die Berichtigung des Fastens, das auf ihrer Basis erfolgte, ablehnten, betrachteten sie sie nicht als eine der abnormalen Fatāwa. Deshalb ist es nicht richtig, dass der Tagung oder dem Rat die Aussage über Abnormität der Fatwa zugesprochen wird.

Aus folgenden Gründen lehne ich diese Fatwa ab und betrachte sie als einen nicht exakten ʾIǧtihād, auf dessen Basis ich persönlich keine Fatwa erteile:

1. Die Bemessung anhand von Mekka ist etwas, was keinerlei Grundlage hat, und von niemandem gesagt wurde, weder von den Früheren noch von den Späteren der Gelehrten. Als die Prophetengefährten aus Mekka auswanderten, beteten sie weder noch fasteten sie auf Basis des Zurückkehrens zu der Zeit Mekkas, vielmehr entsprechend der Zeit der Gegend, in der sie lebten. Wenn wir die Bemessung anhand von Mekka als eine Analogie der Ursache (qiyās al-ʿilla) betrachten, die Analogie dabei mit der Qibla herstellend, so ist dies aufgrund des Vorhandenseins des Textes nicht richtig. Und sollte dies als Analogie der Ähnlichkeit (qiyās aš- šabah) betrachtet werden, dann sind diese Gegenden eher den ihn nahen Gegenden ähnlich, oder aber die Ähnlichkeit ergibt sich bei ihren ausgewogenen Tagen. Und wenn Mekka eine besondere Stellung in den gottesdienstlichen Angelegenheiten haben sollte, dann würde dies eher beim Beten verdient sein und zutage kommen. Dies sagte auch niemand von den Früheren oder Späteren der Gelehrten, weder von denen, die von der Einheit des Sonnenaufgangs sprechen wie auch von denen, die von (der Möglichkeit von) verschieden sprechen. Dies leugnet nicht die besondere Stellung Mekkas, die in den authentischen Texten festgehalten ist.

2. Der Hadith über den Daǧǧāl gilt nicht für die Länder, in denen sich die Nacht vom Tag unterscheidet, selbst wenn dieser (d.h. der Tag) lang andauert. Vielmehr gilt er in den Situationen der vollständigen Zerrüttung dieser beiden, wie im Falle der Hinzufügung zu oder Mangelhaftigkeit dieser, oder auf das fortwährende Andauern der Nacht oder des Tages. Dies ist, was in unserem Fall nicht die Realität ist. Außerdem ist dies ein Text, welcher über das Gebet, nicht über das Fasten spricht.

3. Das Fastenbrechen entsprechend Mekka während des prallen Scheinens der Sonne zwingt ebenso zum Beten des Abend- und Nachtgebets in der prallen Sonne. Dies widerspricht den bezogen auf die Gebetszeiten eindeutigen und definitiven Textstellen. Zum Beispiel die Worte des Erhabenen: „Verrichte das Gebet beim Neigen der Sonne bis zum Dunkel der Nacht“ (Al-ʾIsrāʾ), ebenso der Hadith Ǧibrils (in welchem er in Gestalt eines Menschen kommt und den Propheten fragt, Anm. d. Ü.). Die Fatwa selbst aber schweigt über das Gebet und hat auf dieses nicht hingewiesen.

4. Das Fastenbrechen im Sommer entsprechend Mekka zwingt zum Fasten entsprechend dessen ebenso im Winter. Dies, da die Ursache eine einzige ist, nämlich die Länge des Tages im Sommer sowie - durch dieselbe Eigenschaft des Tages - seine Kürze im Winter. Dies würde praktisch bedeuten, dass das Fasten nach dem Sonnenuntergang weiter andauernd müsste, manchmal bis zu 10 Stunden danach, ebenso wie das Verrichten des Abends- und Nachtgebets - und zwar mit Gewissheit - für Stunden nach dem Ende der für sie bestimmten Zeit. Dies würde die Annullierung der Texte der Zeiten und des Fastens bedeuten, und zwar ohne jegliche islamrechtliche Rechtfertigung. Die Zuteilung und Einschränkung der Fatwa auf das bloße Fasten bedeutet die Unrichtigkeit der Beweisführung; denn wenn diese richtig wäre, dann würde sich das Urteil über das Fasten immer mitbewegen, wann dessen Ursache vorgefunden wird, welche eben die Abnormität der Länge des Tages im Sommer ist.

5. Wenn die Länge des Tages und die Mühsal des Fastens das Erfinden eines Fastengebildes erlaubt, welches keiner früheren Konventionen entspricht, was durch das Weglassen der Anzeichen und dem Übergehen zu den Zeiten geschieht, dann gebührt dies eher denen, die in den sehr heißen arabischen Ländern fasten, auch wenn die Stundenanzahl in diesen gering ist.

6. Trotz der Länge des Fastens in Europa ist es so, dass die Muslime hier nicht den Durst verspüren, den die Anderen (der Muslime) in den arabischen Ländern verspüren. Sowie der Verlust ist, ist der Gewinn; So fasten sie ebenso sehr kurze Ramadane im Winter, die das, was sie im Sommer fasteten, vollkommen ausgleichen. Ich habe persönlich das Fasten an Ramadan vergangenes Jahr für fünf Tage in Katar ausprobiert, ebenso wie fünf Tage in Mekka. Hierauf bin ich nach Deutschland zurückgekehrt, und hier (täglich) das Fasten etwa zwei Stunden vor Beginn der Fastenzeit begonnen, womit die Fastenstundenzahl auf 21,5 Stunden stieg. Trotz meiner sowohl ungewohnt verstärkten Reisen wie auch Anstrengung, verspürte ich eine vielfache Mühsal im kurzen Fasten am Golf, die ich nicht beim langen Fasten in Deutschland verspürte. Es berichtete mir eine Anzahl von Imamen und Muslimen Europas, dass sie nach der gelebten Erfahrung das Fasten in Europa aufgrund der Ausgewogenheit des europäischen Wetters und ihres mangelnden Durstes gegenüber dem Fasten ihrer (Herkunfts-)Länder vorziehen.

7. Diese Fatwa gründete sich darauf, dass die Medizin bewiesen habe, dass der Mensch, sofern er mehr als 18 Stunden am Stück fasten sollte, dieses Fasten dem menschlichen Körper mit absoluter Gewissheit schade. Hierzu sage ich: Diese Rede ist medizinisch betrachtet nicht richtig. So hat der Arzt Dr. Bashar Ghannum, welcher an der Tagung in Stockholm teilnahm mit Nachdruck bestätigt, dass die Medizin es der gewöhnlichen, von Krankheit freien Person nicht versagt, mehr als 20 Stunden am Stück zu fasten. Ebenso sagte er, dass wir über keinerlei präzise medizinische Studie über die negative Beeinflussung des Menschen durch das Fasten verfügen, wenn sie mehr als 18 Stunden fasten. Und damit diese Schlussfolgerung medizinisch präzise wird, muss eine Studie erfolgen, in der eine Anzahl von Leuten 30 Tage lang 20 Stunden ununterbrochen fasten, was bisher noch nicht erfolgte.

8. Die Fatwa ging von der Überlieferung der ʾUṣūl-Gelehrten aus, deren Zusammenfassung ist: Dass die seltene, anormale Erscheinungsform nicht unter den generischen Ausdruck fällt, was bedeute, dass der lange Tag Europas im Sommer nicht unter den generischen Ausdruck der Aussage des Erhabenen falle: „Hierauf vollzieht das Fasten bis zur Nacht“. Dementsprechend müssten wir für diesen (bestimmten) Fall ʾIǧtihād ausüben, welcher der ist, zu dem die Fatwa mit der Bemessung entsprechend von Mekka kam.
Das was allerdings überwiegt und von den Aussagen der ʾUṣūl-Gelehrten vorzuziehen ist, ist dass die seltene, anomale Erscheinungsform unter den generischen Ausdruck fällt. Ich erwähne hier einige für das von mir Erwähnte bestätigende Aussagen von den ʾUṣūl-Gelehrten: Der Autor des „Ǧamʿ al-Ǧawāmiʿ“ sagt im „Mabḥaṯ al-ʿām“: Und das Richtige ist, dass das Seltene und das Nichtbeabsichtigte darunter fällt.“ AŠ-Šinqīṭī sagt in ʾAḍwāʾ al-Bayān: „Was an Überlegenheit offensichtlich erhält, entsprechend dem, was in den ʾUṣūl entschieden ist, ist die Umfassung des Generischen und des Uneingeschränkten um das der seltenen Erscheinungsform, denn das Generische ist ist seiner Allgemeingültigkeit offensichtlich, bis ein einschränkender Beweis aus Buch (d.h. dem Koran, Anm. d. Ü.) oder Sunna kommt. Und wenn darüber beschlossen wurde, dass das Generische sichtbar in seiner Allgemeingültigkeit und seiner Umfassung aller Einzeldinge ist, dann ist das Urteil des Offensichtlichen die Umsetzung seiner, außer bei Vorhandensein eines Beweises, der für eine Einschränkung gültig ist. Und die Prophetengefährten, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, pflegten es, entsprechend der Umfassung der generischen Ausdrücke zu handeln.“
Der Šayḫ Ṣadr Ad-Dīn ibn al-Muraǧǧil führte in seinem Buch „Al-ʾAšbāh wa n-Naẓāʾir“ diese Fragestellung an und erwähnte die Meinungsunterschiede der ʾUṣūl-Gelehrten, ob denn das Generische die seltene Erscheinungsform umfasst. Er sagte: „Diese Meinungsverschiedenheit zeigt mir nicht ein Verbot von ihr in der Rede Allahs, des Erhabenen, vor Dem nichts verborgen bleibt. Denn Er kennt dieses Seltene.“ Und er sagte weiter: „Mir zeigt sich, dass es unter die Rede der Menschen fällt.“

9. Meine Überzeugung ist, dass es ein kosmologisches Gleichgewicht in den Orten des Fastens gibt. So ist das Klima Europas, das im Sommer ausgewogen und im Winter kurze Tage aufweist, ausgleichend für die Länge des Tages im Sommer. Zur Hitze der anderen Ländern passt daher die Kürze der Tage in ihnen.

10. Die in der Fatwa des Dār al-ʾIftāʾ al-miṣriyya berichtete Aussage des Hochgelehrten Az-Zarqā, möge Allah seiner erbarmen, ist die Folgende: „Bei den berichteten prophetischen Hadithen muss angenommen werden, dass sie auf die geografische und astronomische Lage aufgebaut sind, die der der arabischen Halbinsel ähnelt, nicht dem gesamten Globus, dessen Mehrheit von Meer und Land unbekannt war. Über dieses war nichts bekannt, vielmehr war es so, dass die sehr entfernten und unbekannten Orte nördlich und südlich zu denen gehörten, die erst später entdeckt worden sind. Sie müssen so betrachtet werden, dass die Urteile der Zeiten des Gebets und des Fastens im Schweigen über sie sind.“ Ende der Rede Az-Zarqās. Dies ist eine sehr verheerende Aussage, die in die Aussage einer historischen Begrenztheit der Urteile mündet, und verletzt die Universalität der Botschaft des Islam. Mit Seiner Rede: „Und Wir haben dich für die Menschen allesamt (…) gesandt“ (Sure Sabaʾ) und „Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.“ (Sure Al-ʾAnbiyāʾ), sowie des Verses des Fastens wird das Urteil über diese Gegend umfasst, auch wenn die Erkenntnis des Urteils für dieses durch ʾIǧtihād erfolgt, so hat er sich ebenso auf einen Text gegründet, nämlich der Hadith vom Daǧǧāl.

Bezogen auf die Länder, in denen die Nacht extrem kurz wird, trotz der Existenz des Sonnenaufgangs und -Untergangs für zum Beispiel 50 Minuten, habe ich der Tagung des Fastens Stockholms vorgeschlagen, dass sie die Gegenden, in denen die Nacht kürzer als drei Stunden ist, als solche betrachtet, die über überhaupt keine Nacht verfügen, und dass ihr Fasten entsprechend den ausgewogenen Tagen in ihren Städten oder denen, die ihnen nahe sind, erfolgt. Der Ausschuss lehnte diesen Vorschlag ab, dabei sagend: „Damit würden wir dasselbe tun, was wir in der Fatwa Mekkas kritisiert haben, da wir damit dasselbe sagen würden wie sie, außer dass wir eben die Höchstgrenze für den Tag bei 21 Stunden festlegen, während sie dies bei 18 Stunden tun. In jedem Fall würde so das Fastenbrechen stattfinden, während die Sonne scheint, und die Nacht und der Tag sind ja vorhanden.“
Hierzu sage ich: Das Problem liegt hier nicht in der Fähigkeit zum 23 stündigen Fasten. Selbst wenn sie zum Fasten fähig sein sollten; Das Problem liegt in der mangelnden Aufnahmefähigkeit der Nacht für das Mindestmaß für die Nachttätigkeiten, welche diejenigen sind, die der Vers des Fastens vorsieht, nämlich das Essen, das Trinken, das Beten und der Verkehr.

Schlussendlich sage ich: Die Fragestellung ist weiterhin schwierig und lädt die spezialisierten Gelehrten zum ʾIǧtihād ein, und der ʾIǧtihād in ihr wird nicht exakt sein außer mit Folgendem:

1. Eine medizinische Studie in Europa auf Basis von 10 verschiedenen Situationen, in denen an 30 tagen mehr als 20 Stunden unterbrochen gefastet wird, sowie die Auswirkungen des Fastens auf diese zu beobachtet haben zu werden, ebenso der Unterschied zwischen ihnen und denen, die weniger Stunden als sie in den arabischen Ländern gefastet haben.

2. Eine astronomische, beobachtende Untersuchung, bezogen auf die Zeiten, Anzeichen, die Dämmerung sowie die Grenzen der Nacht und des Tages, insbesondere in den nördlichen Gebieten.

3. Eine realitätsgetreue Untersuchung, in der die Erfahrung der Muslime in Europa bezogen auf das Fasten beobachtet wird. Hierbei sowohl die erste wie auch die nachfolgenden Generationen, die frisch Rechtsfähigen und Reifen, die neu Konvertierten, sowie die Sicht der Nichtmuslime auf das lange Fasten berücksichtigend. Hieraus sollen die Ergebnisse dieser Beobachtungsstudie analysiert und den Leuten des Fiqhs und des ʾIǧtihād für diese Sachlage vorgelegt werden.

4. Eine sprachliche und juristische Untersuchung vom Verständnis der Nacht, seiner Festlegung und Beschränkung, und ob für sie die Dunkelheit vorausgesetzt wird, oder ob der Sonnenuntergang und das Ende des Tages ausreicht, auch wenn nachtsüber das Licht da bleibt.

Dr. Khaled Hanafy,
Vorsitzender des Fatwa-Ausschusses in Deutschland
Mitglied des European Council for Fatwa and Research