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Die wichtigsten Rechtsbestimmungen der Zakātu l-Fiṭr für die Muslime in Europa

بسم الله الرحمن الرحيم

Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Die wichtigsten Rechtsbestimmungen der Zakātu l-Fir für die Muslime in Europa

 

Die Zakātu l-Fiṭr ist eine Pflicht. Verpflichtend ist sie für Jung und Alt sowie für Mann und Frau. Jedoch ist ihre Abgabe nicht für das noch ungeborene Kind erforderlich. Wenn sie jemand allerdings freiwillig gibt, so stellt dies kein Problem dar. Der Zahlende muss sie sowohl für sich selbst entrichten wie auch für jeden, für dessen Unterhalt er aufkommen muss, wie seine Frau oder (andere) Verwandte. Der Mann zahlt sie ebenso für seine nichtmuslimische Ehefrau.

Ihre Weisheit: Den Armen Trost zu schenken und ihre Bereicherung am Festtag, wie auch das Reinigen des Fastens vom obszönen und unsinnigen Gerede.

 

Die Zeit ihrer Entrichtung

 

Die Zeit ihrer Entrichtung endet mit dem Īd-Gebet. Die Schafiʿiten erlauben ihre Entrichtung von Beginn des Ramadan, Abū Ḥanīfa von Beginn des Jahres an. Die Muslime in Europa haben sich in ihrem Herausgeben vom Beginn des Ramadan an zu beeilen, damit die Institutionen dazu befähigt werden, diese rechtzeitig an diejenigen zu überbringen, die einen Anspruch auf sie haben. In der Entscheidung des European Council for Fatwa and Research, im Beschluss 23/4 heißt es: „Um den Nutzen zu verwirklichen motiviert der Council dazu, sich in der Bezahlung der Zakātu l-Fiṭr beginnend ab dem Anfang des Monats Ramadan zu beeilen. Insbesondere dann, wenn sie in ein anderes Land als die des Zakat-Zahlenden überbracht wird.“

 

Darf die Zakātu l-Fir monetär ausgezahlt werden?

 

Ja, die Zakātu l-Fiṭr darf monetär ausgezahlt werden, was auch die bessere Option für die Muslime in Europa ist. Dies, weil es das einfachste für sie, das nützlichste für die Armen, das am schnellsten transportierbare zu den Berechtigten außerhalb Europas und das passendste für das zivilisatorische und universale Bild des Islams ist. Zum Schluss der Erlaubnis der monetären Herausgabe des Wertes kam eine ganze Gruppe von Gefährten des Propheten, ihrer Nachfolger (Tābiʿūn) und der nachfolgenden Imame der Rechtschulen, wie vom Tābiʿī Abū Isḥāq As-Sabīʿī über diejenigen überliefert worden ist, die zu seinen Lebzeiten noch lebten. Zu diesen Vertretern gehören der Kalif ʿAlī ibn Abī Ṭālib, Al-Barāʾ ibn ʿĀzib und weitere. Entsprechend zahlreicher Belege war dies ebenso die Meinung Al-Ḥasan Al-Baṣrīs, ʿAṭāʾ ibn Abī Rabāḥs, des Kalif ʿUmar ibn ʿAbdilʿazīz sowie von der Rechtschule Abī Hanifas, Sufiān Aṯ-Ṯaurīs und Al-Buḫārīs bekannt. Dies ist ebenso das, was der European Council for Fatwa and Research in seinem Beschluss mit der Nummer 23/4 bevorzugte. Der Fatwa-Ausschuss in Deutschland legte den Betrag im Jahr 2016 auf 7€ pro Person fest.

 

Entrichtung der Zakātu l-Fir durch Dritte

 

Es ist der europäischen Muslima und dem europäischen Muslim erlaubt, jemanden anderen mit der persönlichen Entrichtung der Zakātu l-Fiṭr in einem anderen Land zu beauftragen. Hierbei macht es keinen Unterschied, ob es sich bei der Drittperson um ein Individuum oder eine Institution handelt. Das Entscheidende ist die fristgerechte Zahlung und die Entrichtung der Zakātu l-Fiṭr in der Währung des jeweiligen Landes, in dem sich der Entrichter aufhält.

 

Ausgabe der Zakātu l-Fir außerhalb des Aufenthaltslandes

 

Die Zakat sollte grundsätzlich nicht außerhalb des Aufenthaltslandes ausgezahlt werden. Es sei denn es gibt den Bedarf dazu, oder aber dass keine Bedürftigen im Lande des Entrichters vorhanden sind.

Imam Abu Hanifa erlaubte hierbei auch das Ausgeben der Zakat an den Nicht-Muslim, wenn dieser arm sein sollte.

 

Möge Allah Euren Gottesdienst annehmen und möget Ihr immer wohlauf sein.

 

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