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Dialog zwischen den Religionen

بسم الله الرحمن الرحيم

Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Beschlüsse und Fatāwā des European Council for Fatwa and Research

6. Beschluss des European Council (4/2)


Das Urteil bezüglich des Dialogs zwischen den Religionen


Viele verwenden den Ausdruck „die Annäherung zwischen den Religionen“. Angebrachter wäre allerdings die Verwendung von anderen Begriffen wie den Dialog, die Zusammenarbeit und die gegenseitige Unterstützung. Diesbezüglich macht der Council darauf aufmerksam, dass, wenn der Zweck davon die Auflösung der Differenzen zwischen den Religionen ist, um sich in der Mitte treffen zu können, um beispielsweise zwischen dem Monotheismus und der Trinität, dem Freisprechen Allahs von menschlichen Attributen und der Verähnlichung Seiner mit der Schöpfung zu vereinen; so gehört dies zu dem, was die abschließende und vollkommene Religion ablehnt. Er, der Erhabene, sagt: „Und so richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen, sondern sieh dich vor ihnen vor, dass sie dich nicht der Versuchung aussetzen (abzuweichen) von einem Teil dessen, was Allah zu dir (als Offenbarung) herabgesandt hat.“ (Al-Māʾida:49).

Der Dialog, die Zusammenarbeit und die gegenseitige Unterstützung zwischen der Botschaft des Islam und den anderen Offenbarungsreligionen hingegen tragen zu begrüßende Werte in sich.

Dies aufgrund des Gebot Allahs, des Erhabenen: „und disputiere mit ihnen in bester Weise.“ (An-Naḥl:125). Ebenso an weiterer Stelle: „Sag: O Leute der Schrift, kommt her zu einem zwischen uns und euch gleichen Wort: dass wir niemandem dienen außer Allah und Ihm nichts beigesellen und sich nicht die einen von uns die anderen zu Herren außer Allah nehmen.“ (Āl ʿImrān:64), sowie der Umgangsform des Gesandten Allahs, Segen und Frieden seien auf ihm, im Dialog mit den Christen Naǧrāns und anderen nacheifernd. Dies aufgrund der Berücksichtigung der Grundsätze des Islams in der Einzigkeit der Gottheit, die Prophetie, den menschlichen Ursprung, der Globalität der Botschaft sowie der Pflicht der Da’wa zu Allah. Der Weg dazu ist der des Dialogs und der Debatte auf die beste und schönste Weise, weit entfernt von jeglichem Zwang oder Anfeindung der emotionalen Befindlichkeit Andersgläubiger.

Denn auch wenn die Botschaft des Islams sich von den Botschaften der anderen Offenbarungsreligionen in bekannten Glaubensgrundlagen und -zweigen unterscheidet, so findet seine Botschaft mit der ihrigen sicherlich in anderen bedeutsamen überein, wie den allgemeinen Glauben an Allah, die Prophetie, den Jüngsten Tag und an die fundamentalen Charaktereigenschaften, die gesellschaftlichen Grundpfeiler, wie die Familie und den Umweltschutz, sowie Angelegenheiten der Menschenrechte und der unterdrückten Völker, der Widerstand gegen Tyrannei und Ungerechtigkeit, und zwar auf allen nationalen und internationalen Ebenen, sowie die Verbreitung des Versöhnungsgeistes, die Verwerfung des Fanatismus und der Vernichtungs- und Feindseligkeitskriege.

Zusätzlich bekräftigt werden diese Werte der Annäherung an die Anhänger anderer Glaubensgemeinschaften durch den verstärkten Sturm der materialistischen Philosophie, des Nihilismus, des Atheismus sowie der Zerschlagung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes im Zuge der Kommunikationsrevolution, welche aus der gesamten Welt ein kleines Dorf machte, das zu einer Schicksalsgemeinschaft zu werden scheint. All das geschieht auf eine solche Weise, sodass all die Bemühungen im Dialog und der gegenseitigen Unterstützung mit den Anhängern der anderen Glaubensgemeinschaften zu bekräftigen sind, insbesondere mit den Leuten der Schrift, zwecks der Hervorhebung der Gemeinsamkeiten und ihrer Wahrung, anstatt permanent in den Wunden der Meinungsverschiedenheit zu bohren. Allah, der Erhabene, sagt: „O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiß, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch“ (Al-Ḥuǧurāt:13). Ebenso hat der Träger der Daʿwa, Friede sei auf ihm (gemeint ist der Prophet Muhammad, An.d.Ü.) bezeugt, dass die Diener Allahs allesamt Geschwister sind. Auch sagte Allah: „Helft einander zur Güte und Gottesfurcht, aber helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen.“ (Al-Māʾida:2).

 
1. Die Geschichte des Propheten, Allahs Segen und Frieden seien auf ihm, mit den Christen Naǧrāns ist in den Büchern der Koranexegese (arab. Tafsīr) und der Prophetenbiografie festgehalten. Ebenso ist die Überlieferung diesbezüglich vom Hadith des ʿAbdillāh ibn ʿAbbās im Tafsīr des Ibn Jarīr Aṭ-Ṭabarī (3/305), und bei Al-Bayhaqī in „Dalāʾil An-Nubuwwa“ (5/384) aufgeführt worden. Der Hadith des Kurz ibn ʿAlqama ist bei Aṭ-Ṭabarānī in „Al-Muʿǧam Al-Awsaṭ“ (Nr. 3918), bei Al-Bayhaqī in „Ad-Dalāʾil“ (5/382). Vom Hadith des Ǧābir ibn ʿAbdillāh ist es bei Al-Ḥākim im „Mustadrak“ (2/593). Durch die Gesamtheit der Überlieferungen ist das Ereignis sichergestellt. Die eigentliche Geschichte ist in Ṣaḥīḥ al-Buḫārī (Nr. 4119) vom Hadith des Ibn Masʿūd gekürzt überliefert.
2. Ein Hinweis auf den Hadith des Zaid ibn Arqam, er sagte: Der Prophet Allahs, Allahs Segen und Frieden seien auf Ihm, pflegte es im Anschluss seines Gebets zu sagen: „Oh Allah, der Du unser Herr und der Herr von allem bist, ich bin Zeuge darüber, dass wahrlich Du der Herr allein bist, keinen Teilhaber hast Du...“. In ihm sagte er weiter: „Ich bin Zeuge darüber, dass die Diener (d.h. die Menschen) allesamt Geschwister sind“. Überliefert von Aḥmad (Nr. 19293). Sein Isnād ist ḍaʿīf. Die menschliche Geschwisterlichkeit ist allerdings etwas, was zahlreiche Verse in der Berichtung über die Propheten und ihrer Völker festlegten.